Der Erste Weltkrieg gilt als der erste „industrielle" Konflikt. Die Entdeckungen der Industriellen Revolution und die enormen Fortschritte in Physik und Chemie ermöglichen die Entwicklung neuer Waffen. Die Deutschen setzen im April 1915 in Ypern erstmals Stickgase ein. Das verwendete Senfgas erhält"daher den Beinamen „Yperit". Es befindet sich in Tanks, die geöffnet werden, sobald der Wind in die Richtung des Feindes bläst. Die Technik ist nicht sehr zuverlässig, denn ein häufig drehender Wind kann das Gift leicht zum Ursprung zurück wehen. Entsprechend beginnt die deutsche Armee schon bald Granaten mit dem Gas zu befüllen. Ab 1916 verfügen bereits alle Lager über Kampfgas. Um sich zu schützen, entwickeln die Kriegsparteien erste Gasmasken.
Die ersten Panzer tauchen 1916 auf britischer Seite auf. Die massiven, äußerst langsamen, schwer manövrierfähigen und deshalb sehr anfälligen Kampfgeräte werden bei der Schlacht an der Somme erstmals eingesetzt.
Die ersten Flugzeuge sind eine Entwicklung der zivilen Luftfahrt, werden jedoch vom Militär sogleich übernommen. Zu Beginn führen die Piloten vor allem Aufklärungsflüge durch. Später kommt es zu echten Luftduellen. Einige „Asse", wie der Franzose Georges Guynemer und seine „Storchenstaffel" oder der Deutsche Manfred von Richthofen, auch bekannt als „Roter Baron", gehen als Helden in die Geschichte ein.
Der schon 1914 von den Deutschen eingesetzte Flammenwerfer verbreitet im gegnerischen Lager Angst und Schrecken, erweist sich jedoch auch als höchst gefährlich für diejenigen, die ihn bedienen: Die verwendeten Petroleumflaschen bergen ein hohes Explosionsrisiko. Auf das von der französischen Armee verwendete Lebel-Gewehr kann für den Nahkampf ein Bajonett mit kreuzförmiger Klinge aufgesteckt werden, das von den Soldaten auch „Rosalie" genannt wird. Es wird zu einer Symbolwaffe des Sturmangriffs. Das schon bei der Grenzschlacht von den Deutschen massiv eingesetzte Maschinengewehr feuert 600 Kugeln pro Minute und hat eine höhere Reichweite als ein herkömmliches Gewehr.
Auch die ersten einsatzfähigen U-Boote datieren ganz vom Anfang des Jahrhunderts. Mit ihnen versenkt die deutsche Kriegsmarine die Schiffe der Alliierten. Sie können unter Wasser Torpedos abfeuern und über Wasser mit Kanonen schießen.
Die „Dicke Bertha" der Krupp-Werke ist eine der bekanntesten Artilleriewaffen des Großen Krieges. Es handelt sich um eine riesige Haubitze, deren 420 mm-Geschosse eine drei Meter dicke Stahlbetonwand durchschlagen können. Die wendige und präzise 75 mm-Feldkanone von 1897 wird zu einer der wichtigsten Waffen der französischen Armee, selbst wenn sie in den Schützengräben einen Teil ihrer Wirksamkeit einbüßt. Der starke Anstieg der Granatenproduktion führt zu einer Verschlechterung der Qualität. Die Folge sind zahlreiche Unfälle, die den Stab letztlich zu der Weisung veranlassen, diese Artilleriegeschütze erst in letzter Instanz einzusetzen.