Die Franzosen
Zu Beginn des Krieges sind die französischen Soldaten mit einer unbequemen und für die moderne Kriegführung ungeeigneten Ausrüstung ausgestattet. Die Uniform ist auch den klimatischen Bedingungen nicht angepasst. Sie ist im Sommer wie im Winter gleich und besteht aus einer Tunika, einem Mantel, einem Baumwoll-Flanellhemd und langen Unterhosen, die unter der sengenden Augustsonne 1914 viel zu warm sind. Das Képi und die Hose sind türkischrot. Die „roten Hosen", so auch der Spitzname der französischen Infanteristen, waren für die deutschen Maschinengewehre ein leichtes Ziel. Die Armee lässt überstürzt Überzüge für die Képis und Hosen verteilen und die Männer erhalten Weisung, die berühmten Beinkleider weitestgehend zu verbergen. Anfang 1915 bestellt der Stab neue, „horizontblaue" Uniformen. Während der Zeit der Herstellung und Verteilung sind die Soldaten unterschiedlich gekleidet, denn es ist nicht leicht, alle Ausrüstungen auf einmal zu ersetzen. Aufgrund der zahlreichen Kopfverletzungen in den Schützengräben tauschen die Männer allmählich auch das Képi gegen einen Helm.
Die Deutschen
Die deutschen Felduniformen erweisen sich als wesentlich praktischer. Die ganz in „Feldgrau" gekleideten Infanteristen sind im Gelände deutlich schwerer auszumachen als die Franzosen. Das auffallendste Element ihrer Uniform ist unbestreitbar der Lederhelm mit Spitze, die sogenannte „Pickelhaube". Sie soll Hiebe mit Säbeln oder ähnlichen Blankwaffen seitlich ablenken. Die Spitze ist abnehmbar und kann bei der Parade durch einen Federbusch ersetzt werden. Da er von weitem sehr gut sichtbar ist, wird der Pickel häufig auch im Feld entfernt. Später, zur Zeit des Grabenkrieges, werden die Helme zum besseren Schutz vor Granatsplittern aus Stahl hergestellt.